Unsere Geschichte

 

Die Vergangenheit

Unsere Geschichte beginnt mit Michele Augsburger Clairet Doucet. Nach einer Karriere im Ausland kehrt Michele 2007 in das Land ihrer Geburt zurück und beschließt, den Tierschutz in der Stadt Agadir und in ganz Marokko zu verbessern. Im Laufe der Jahre steckt sie ihr ganzes Vermögen in den Tierschutz und verfügt heute über kein anderes Einkommen als eine kleine Rente.

Ziemlich bald tummeln sich ungefähr 100 Hunde, unzählige Katzen und gelegentlich Esel, Kaninchen, Schildkröten und Vögel auf Michèles Farm. 2013 gründet sie dann Le Coeur sur la Patte (CSP), um ihrem Ziel näherzukommen, dem Schutz der vielen in den Straßen von Agadir lebenden Tiere, und registriert den Verein als gemeinnützige marokkanische Organisation. Seitdem setzt sie sich unermüdlich im ganzen Land dafür ein, die Rechte der Tiere in Marokko zu verbessern.


Nach vielen Treffen überzeugt sie 2016 die lokalen Behörden in der Stadt Agadir, das erste staatlich subventionierte TNR-Programm von ganz Marokko zu lancieren. TNR- oder Trap-Neuter-Vaccinate-Release-Programme sind weltweit als der einzig sichere Weg zur Ausrottung der Tollwut und als der humanste und effektivste Weg zur Kontrolle der Straßenhundpopulationen anerkannt.

Bis April 2018 hat CSP über 1300 Hunde geimpft, markiert und kastriert, die größtenteils wieder auf die Straße verbracht wurden. Doch dann verfügten die Behörden in Agadir auf Druck aus allen Richtungen, dass alle Hunde aus dem Straßenbild zu verschwinden hätten. Sämtliche Hunde in Agadir, einschließlich aller von CSP kastrierten und geimpften Hunde, waren jetzt dem Risiko ausgesetzt, von den Behörden eingefangen und bestenfalls unter üblen Bedingungen zusammengepfercht, schlimmstenfalls getötet zu werden. Michèle weigerte sich, dies zuzulassen.

Sie reagierte blitzschnell, um ein hinreichend abgeschlossenes, entlegenes Stück Land zu finden, und brachte 750 der markierten Straßenhunde an diesen Ort, dem heutigen großen Beldi-Shelter. Bis Dezember 2018 dauerte die Aktion, ein Hund nach dem anderen wurde geborgen und dort in Sicherheit gebracht. Doch diese Auffangstation ist alles andere als ideal. Zwei Stunden Fahrt von Agadir, auf meist holprigen Pisten. Die Hunde und das kleine Team von Mitarbeitern, die sich rund um die Uhr um sie kümmern, brauchen dringend bessere Einrichtungen, zuverlässig fließendes Wasser und etwas Strom. Da das Land nur gepachtet ist, ist nicht abzusehen, wie lange wir dort bleiben können. Michèles Traum ist es, sie näher an ihre "Heimatbasis" zu bringen, von wo aus sie alles im Auge behalten kann.
 

Heute

Die Behörden der Stadt Agadir haben erst kürzlich wieder Le Coeur sur la Patte kontaktiert, um die Einrichtung eines neuen TNR-Systems zu erörtern. Das freut uns von Herzen, denn wir sind fest davon überzeugt, dass dies der einzige Weg ist, die Marokkaner von der Bedrohung durch die Tollwut zu befreien und zugleich die Streunerhund-Populationen zu reduzieren, somit die Lebensqualität der verbleibenden Hunde zu verbessern. Für das kleine Team von Menschen jedoch, die derzeit für CSP arbeiten, muss es vorrangig sein, sich um jene Tiere zu kümmern, die sich bereits in unserer Obhut befinden. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Teil unserer Arbeit, der die TNR-, Rettungs- und Sensibilisierungsaktionen betrifft, von der eigentlichen Shelter-Arbeit abzukoppeln. CSP wird weiterhin Kampagnen durchführen, Aufklärung betreiben und mit lokalen Behörden an TNR-Programmen arbeiten. SARA kommt neu dazu als Satellitenorganisation, um den großen Streuner-Shelter und die kleinere Tierfarm bei Michèle am Laufen zu halten.

Die Zukunft

Das Sunshine Animal Refuge existiert derzeit an zwei Standorten. Der Haupt-Shelter, in dem 750 Hunde leben, befindet sich auf gepachtetem  Land, etwa zwei Stunden von Agadir entfernt.


Daneben hat Michèle über 100 Hunde, mehr als 200 Katzen und verschiedene gerettete Esel, Pferde und andere Tiere bei sich daheim. Jeder Hund im großen Shelter, der besonderer Fürsorge bedarf, kommt zu Michèle. Hunde, die das Glück hatten, im Ausland ein neues Zuhause zu finden, bleiben so lange bei Michele, bis sie die für die Ausreise erforderlichen Untersuchungen hinter sich gebracht haben. Verlassene Welpen und allerlei andere Tiere finden irgendwie den Weg zu ihrer Tür … und diese bleibt nie für sie verschlossen.

Michele ist ein Engel, aber sie ist ein sehr erschöpfter Engel, der jeden Monat aufs neue darum kämpft, das nötige Geld aufzutreiben, um die Hunde zu versorgen, die Pacht zu zahlen, sicherzustellen, dass es immer genug Wasser gibt, dass das Team, das bei der Betreuung der Hunde hilft, zuverlässig seinen Lohn bekommt ... und so weiter und so fort. Und ein Ende ist nicht in Sicht ...

Es war nie Michèles Absicht, eine Auffangstation für so viele Hunde zu gründen, aber sie konnte sie doch nicht dem sicheren Tod überlassen - sie elend krepieren, sie tatenlos vergiften oder erschießen lassen ...

Im Jahr 2020 bildete sich ein neues kleines Team ehrenamtlicher Helfer, um Michele zu unterstützen und zu versuchen, das Profil ihrer Arbeit zu schärfen und die dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel zu erhöhen. Nach vielen Beratungen beschlossen wir, den Shelter Sunshine Animal Refuge Agadir zu nennen. Der Name spiegelt sowohl unsere Hoffnungen auf eine leuchtende Zukunft für den Shelter wider als auch die Wärme der Zuneigung, die wir alle für diese fantastischen Tiere empfinden und die von ihnen zurückgegeben wird.

Es wäre wunderbar, ein Stück Land zu finden, das wir kaufen könnten, das über die nötigen Einrichtungen verfügt, über Wasser und Strom, solide eingezäunte Gehege, um die Sicherheit der Hunde zu gewährleisten, medizinische Einrichtungen, angemessene Wohnmöglichkeiten für das Team und alle Helfer und Volontäre, die des Weges kommen. 

Es wäre wunderbar, wenn wir Monat für Monat die Gewissheit hätten, genug Geld zu haben, um Tierarztrechnungen und die Löhne der Mitarbeiter bezahlen zu können, vor allem aber, um unsere Hunde, Katzen, Esel und all die anderen vier- und zweibeinigen Freunde anständig pflegen und verpflegen zu können.


Sie alle verdienen das Beste, was wir ihnen geben können. Und wir hoffen, Sie können uns auf die eine oder andere Weise dabei helfen.